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Bilder richtig einrahmen: Der komplette Guide für Fine-Art Prints
Passepartout, Glas, Abstand und Aufhänghöhe — worauf es beim professionellen Einrahmen wirklich ankommt und wie Du Deinen Print über Jahre schützt.
· 7 Min. Lesezeit · von Markus Mittermayer

Ein Rahmen ist keine Zierleiste. Er ist das stille Möbelstück, das ein Bild trägt — und wenn er richtig gewählt ist, wird er über Jahre nicht auffallen, sondern wirken. Wer schon einmal einen Fine-Art Print bestellt und ihn in einen Standardrahmen aus dem Möbelhaus gesteckt hat, kennt das Gefühl: irgendetwas stimmt nicht. Meist liegt es nicht am Print. Es liegt an drei Details, die kaum jemand erklärt.
Warum ein guter Rahmen mehr ist als eine Kante
Ein Rahmen erfüllt drei Aufgaben gleichzeitig. Er schützt das Papier vor Staub, Feuchtigkeit und UV-Licht. Er trennt das Bild optisch von der Wand, damit es als eigenständiges Objekt wahrgenommen wird. Und er verankert das Motiv in der Architektur des Raums.
Fällt eine dieser Aufgaben weg, wirkt selbst der beste Print wie ein Poster. Deshalb lohnt es sich, ein paar Minuten in diese Grundlagen zu investieren — auch, wenn der Print „nur" im Wohnzimmer hängen soll.
Passepartout: der wichtigste unsichtbare Helfer
Ein Passepartout ist der weiße oder cremefarbene Karton, der zwischen Bild und Rahmen sitzt. Es hat zwei Funktionen: Es schafft Abstand zwischen Glas und Papier, damit sich Feuchtigkeit nicht auf dem Print niederschlägt. Und es gibt dem Motiv optisch Luft.
Als Richtwerte aus der Praxis:
- Ideale Breite: zwischen 5 und 8 cm bei Formaten bis A3+. Bei kleineren Motiven darf es ruhig breiter sein — 10 cm sehen bei einem A5-Print oft edler aus als 3 cm.
- Farbe: Reinweiß oder ein sehr helles Naturweiß. Farbige Passepartouts wirken schnell dekorativ und lenken vom Motiv ab.
- Qualität: nur säurefreie Passepartouts verwenden. Säurehaltige Kartons vergilben innerhalb weniger Jahre und übertragen Säure auf den Print. Bei musealer Rahmung spricht man von Museumsqualität (pH-neutral, gepuffert).
In jedem Rahmen von Rahmenwerk liegt ein passgenauer, säurefreier Passepartout mit Ausschnitt für A3-Prints bereits bei — Du musst also nichts extra bestellen oder zuschneiden lassen.
Glas oder Acrylglas — was passt zu welchem Motiv?
Die zweite Grundsatzentscheidung ist die Scheibe. Beide Materialien haben eine Berechtigung:
- Echtglas ist härter, verkratzt kaum und wirkt einen Hauch klarer. Nachteil: es ist schwer, zerbrechlich und beim Versand ein Risiko.
- Acrylglas ist rund 50 % leichter als Echtglas, bruchsicher und einfach zu reinigen. Für den Versand und für Räume, in denen Kinder oder Tiere leben, ist es die deutlich sinnvollere Wahl. Hochwertiges Acrylglas ist optisch nicht vom Echtglas zu unterscheiden.
Wenn ein Bild in direktem Sonnenlicht hängen soll, lohnt sich zusätzlich UV-Schutz. Sonst bleichen Farbdrucke innerhalb weniger Jahre sichtbar aus — ein Effekt, der irreversibel ist.
Alle Rahmen von Rahmenwerk werden mit bruchsicherem Acrylglas ausgeliefert. Das schützt den Print im Versand und macht die Rahmen für jedes Wohnumfeld unbedenklich.
So kommt der Print sauber in den Rahmen
Der Schritt, an dem die meisten Fine-Art Prints entweder gerettet oder ruiniert werden, ist das eigentliche Einlegen. So gehe ich dabei jedes Mal vor:
- Plexiglas vorbereiten. Auf beiden Seiten der Acrylglas-Scheibe sitzt eine Schutzfolie. Beide Folien vollständig abziehen und die Scheibe erst einmal beiseitelegen — Fingerabdrücke sind jetzt der Feind.
- Print unter dem Passepartout ausrichten. Den Print auf eine saubere, weiche Unterlage legen und das säurefreie Passepartout darüberlegen. Am schnellsten geht das gegen eine Lichtquelle: hältst Du beides leicht schräg zum Fenster oder zur Lampe, siehst Du die schmalen Schattenlinien am Rand des Ausschnitts — ein sicheres Zeichen, dass der Print zentriert liegt.
- Mit Acid-Free Tape rundum fixieren. Klebe den Print mit säurefreiem Archiv-Klebeband komplett rundum an die Rückseite des Passepartouts. Das Passepartout ist auf jeder Seite rund 0,5 cm kleiner als der Print, sodass sich Ausschnitt und Papier ideal überlappen. Das Tape läuft dabei kontinuierlich an allen vier Kanten zwischen Papier-Rückseite und Passepartout — Du klebst also ausschließlich auf den unbedruckten Rand, nie in das Motiv.
- In den Rahmen legen. Acrylglas in den Rahmen einlegen, darauf das Passepartout mit fixiertem Print, dann die beiliegende Rückwand. Metallklammern umlegen, kurz von vorne prüfen, ob nichts verrutscht ist — fertig.

Wichtig: kein Tesa, kein Kreppband, kein doppelseitiges Klebeband. Alle drei enthalten Weichmacher oder Säuren, die sich mit der Zeit ins Papier fressen. Säurefreies Tape gibt es in jedem gut sortierten Künstlerbedarf oder online für wenige Euro pro Rolle — es hält Jahrzehnte.
Die richtige Höhe: der 145-cm-Richtwert
Der wahrscheinlich häufigste Fehler beim Aufhängen: Bilder hängen zu hoch. Als Faustregel gilt: Die Bildmitte sollte auf Augenhöhe eines stehenden Menschen liegen — also etwa 145 bis 155 cm über dem Boden.
Bei einem einzelnen A3+ Rahmen (Außenmaß ca. 40 × 55 cm) bedeutet das: Die obere Kante liegt bei etwa 170 cm, die untere bei rund 120 cm. Über einem Sofa oder Sideboard lässt sich die Höhe an das Möbel anpassen — dann sollte der Abstand zwischen Möbeloberkante und Bildunterkante bei rund 20 bis 30 cm liegen.
Aufhängen ohne Ärger
Ein A3+ Rahmen wiegt in Kiefernholz mit Acrylglas rund 1,5 kg. Für dieses Gewicht reicht in massiven Wänden ein einzelner Bildhaken mit 3-kg-Tragkraft. In Gipskarton oder Rigipswand solltest Du einen Hohlraumdübel verwenden.
Ein häufiger Praxis-Tipp: klebe zwei kleine Filzpunkte auf die Rückseite der unteren Rahmenecken. Das verhindert, dass der Rahmen an der Wand verrutscht und dass sich schwarze Abriebspuren bilden.
Fine-Art Prints: Herkunft macht den Unterschied
Der schönste Rahmen kann keinen mittelmäßigen Print retten. Wer in einen hochwertigen Rahmen investiert, sollte einen Fine-Art Print in Museumsqualität verwenden — gedruckt auf schwerem Baumwollpapier, mit pigmentierten Tinten. Solche Prints halten unter Glas mehrere Jahrzehnte, ohne zu vergilben.
Meine eigenen Landschafts- und Naturfotografien drucke ich auf genau solchem Papier und verkaufe sie im Shop meiner Fotografie-Website. Sie sind auf das A3+ Format ausgelegt — passen also ohne Kompromiss in die Rahmenwerk-Rahmen.
Fazit
Ein Rahmen wirkt dann am besten, wenn man ihn nicht bemerkt. Ein säurefreies Passepartout, ein sauberes Acrylglas und die richtige Aufhänghöhe machen zusammen mehr aus als jedes teure Rahmenprofil. Genau darauf ist der A3+ Bilderrahmen von Rahmenwerk ausgelegt — reduziert, gut verarbeitet und komplett ausgestattet.
Über den Autor
Markus Mittermayer ist Fotograf aus Niederösterreich und Gründer von Rahmenwerk. Seine Landschafts- und Fine-Art Fotografien findest Du auf markusmittermayer.at.
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